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Informationen über Behandelte Steine

Es gibt viele Methoden um Mineralien und Edelsteine zu "verschönern". Wir wollen Ihnen die wichtigsten Praktiken hier näher bringen.
Wir wollen diese Behandlungsmethoden nicht schlecht machen, oder ins Negative ziehen. Das Behandeln von Steinen hat schon seine Berechtigung, als Beispiel in der Schmuckindustrie um Modeschmuck herzustellen.

Im Mineralien und Edelsteinhandel sollten jedoch behandelte Steine nicht in großen Mengen vorhanden sein. Es gibt hier Ausnahmen, wie gefärbter Achat und Gebrannter Citrin, diese sind mittlerweile "Hoffähig" geworden. Jeder seriöse Händler wird Sie aufmerksam machen wenn an dem Stein manipuliert wurde. Leider gibt es aber auch schwarze Schafe, die Unkenntnis ausnutzen und ein künstlich verschönertes Stück zu einem überhöhten Preis anbieten.


Hier die gebräuchlichsten Methoden:

Gefärbte Steine
Einer der Meistverbreittesten Verschönerungs-Methoden. Sinn darin ist die Farbe kräftiger erscheinen zulassen, oder sogar um eine gänzlich andere Färbung zu erzielen. Es gibt hier viele Möglichkeiten, die eine Variation ist das der Stein einfach in einer Farblösung gekocht wird.
Bei einer anderen Methode wird der Stein in ein Gehäuse gelegt, welches Luftdicht verschlossen wird. Dann wird durch Unterdruck ein Vaakum erzeugt. Anschließend wird flüssige Farbsubstanz und wieder Luft zugegeben, dadurch saugt der Stein die Farbe tief in sich hinein.
Bei Trommelsteinen wird auch gerne mal bei der letzten Politur in der Trommelmaschine Farbkugeln beigemischt, die Färbung ist dann sehr oberflächlich und verschwindet auch mit der Zeit.
Gefärbte Steine findet man mittlerweile bei fast jeder Steinart. Besonders sind hier Achat und Carneol betroffen.
Es spricht auch nichts gegen dieses "Verschönern", wenn der Kunde darauf aufmerksam gemacht wird und er weiß was er kauft.

Bestrahlte Steine
Durch verschiedene Bestrahlungsarten kann man entweder die Grundfarbe des Steins verbessern, oder sogar völlig farblich verändern. Für Verbesserung der Grundfarbe wird zumeist Gamma-Strahlung verwendet, eine relativ harmlose Angelegenheit.
Diese Anwendung wird zum Beispiel häufig bei Rauchquarz angewandt.
Für eine Umfärbung wird der Stein mit Neutronen oder Elektronen Partikel bestrahlt, dieses kann den Stein aber radioaktiv machen!
Vorsicht ist geboten bei schwarzen Diamanten, Blauen Topas und Imperialtopas.

Gebrannte Steine
Durch Erhitzen verändert sich die Farbstruktur des Steins, eine mittlerweile akzeptierte Methode.
Ganz bekannter Vertreter ist künstlich erhitzter Amethyst, der dann zu Citrin mutiert. Ebenso wird Bernstein erhitzt um ihn Klarer wirken zulassen.
Das störende an dem Verfahren ist, das es vom Gesetz her nicht deklariert werden muss!
Ein seriöser Händler wird Sie aber darauf aufmerksam machen.

Geölte Steine
Wenn man Steine in Öl kocht, oder auch nur in Öl einlegt, wird der Glanz erheblich verstärkt. Ebenso erscheint die Farbe kräftiger und Risse werden nicht mehr sichtbar. Das ist natürlich keine dauerhafte "Verschönerung", es ist mehr ein Kaschieren.
Eine sehr verpönte Methode, wird von unseriösen Anbietern gerne bei Edelstein-Messen angewandt, um ihre Steine schöner zu repräsentieren.
Nichts zutun mit dieser Methode hat das "Ölen" von Opalen, hier ist es sogar angeraten. Opale sollten einmal wöchentlich mit einem Hauch von Öl eingerieben werden, damit die feine Oberfläche des Opals nicht rissig wird.

Gewachste Steine
Im Prinzip ähnlich wie das Ölen. Die Steine werden mit Wachs versehen damit ihre Farbe kräftiger erscheint, Risse verschwinden, und der Glanz sich erhöht. Auch das ist natürlich keine dauerhafte "Verschönerung".
Kein seriöser Händler wird solche Steine in sein Sortiment aufnehmen.

Stabilisierte Steine
Poröse Steine werden manchmal mit Kunstharz oder ähnlichen überzogen um die Festigkeit zu erhöhen. Dieses nennt man Stabilisieren.
Speziell in der Schmuckindustrie ist es weit verbreitet, damit man die porösen Steine besser verarbeiten kann.
Diese Methode findet vor allem beim Türkis Verwendung.

Rekonstruierte Steine
Darunter versteht man Steine die aus ursprünglichen Bestandteilen wieder zusammengesetzt wurden.
Das kann nun Schleifstaub sein, welcher wieder zu einem Stein verschmolzen wird. Oder Schleifstaub der mittels Kleber und Formen wieder zu einem Stein gemacht wird. Ebenso werden ganze Steine zermahlen, der Staub mit verschönernden Zusätzen versehen, und wird dann wieder zu einem Stein zusammengepresst.
Diese Methode wird öfters angewandt als man Glaubt. Zum Beispiel wird gerne Lapis-Lazuli zermahlen, dem Pulver eine Extraportion Pyrit zugefügt, etwas Farbpulver dazu, etwas Kleber, und wieder in Formen gepresst....schon hat man den schönsten Lapis-Lazuli.
Viele Schmuckgegenstände entstehen so, zum Beispiel werden häufig Donut-Anhänger so gepresst.
Auch Azurit-Malachit wird manchmal so hergestellt, indem man Azuritpulver und Malachitpulver zu einem Stein zusammenpresst.
Wir wollen noch ein skurilles Beispiel geben:
Bernstein wird oft aus Bernsteinstaub wieder zusammen geschmolzen, und der legale Handelsname dafür ist in Deutschland "Echter Bernstein".
Der Handelsname für den echten Bernstein (also den Natürlichen) ist "Naturbernstein". Sie sehen wie Irreführend dieses ist.

Gefälschte Steine
Natürlich gibt es auch Fälschungen. Glas statt Bergkristall ist alter Schnee von Gestern, die neue Generation der Kunststoffe macht vieles möglich. Es gibt Steinimitationen aus Kunststoffen, die in der Oberfläche und dem Gewicht einem echten Stein sehr nahe kommen. Selbst Fachkundige wurden da schon getäuscht.
Der größte Einsatz der Fälschungen ist jedoch beim Modeschmuck, in der Mineralienbranche ist hier nur der Kunststoff-Bernstein erwähnenswert.
Auch im Handel ab und an zufinden, aber keine Fälschung in dem Sinne, sind gezüchtete Kristalle.
Gezüchtete Kristalle sind ihren natürlichen Vorbildern sehr nahe, jedoch reagieren die meisten auf Wasser sehr empfindlich, das bedeutet sie zerfallen dann sehr schnell.
Soweit zu unserem Überblick über die Möglichkeiten Steine zu Behandeln. Wir wollen Sie damit nicht unsicher machen, die meisten der Mineralien-Fachhändler werden Sie gut Beraten und Ihnen eventuelle "Verschönerungen" deklarieren.
Falls Sie nicht sicher sind ob sie dem Händler vertrauen können, sehen Sie sich im Laden um. Wenn dort einige Steine als Gefärbt oder Behandelt beschildert sind, können Sie annehmen das alle anderen Steine Naturrein sind, und Sie einen gewissenhaften Händler haben. Natürlich kann es auch sein das Ihr Händler gar keine behandelten Steine hat, und sie deswegen auch keine als Behandelt angeschrieben finden. Dann sprechen Sie den Händler direkt darauf an, auf eine direkte Frage werden die wenigsten Händler Sie belügen.

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